Urs Leuthard bei kub & friends – 9.2.18

„Ich tippe, die sind doof genug …“
Oder was die Abstimmung zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in der Schweiz mit der Vertrauenskrise in die Demokratie zu tun hat.

 

Liebe Kunden, Kollegen, Mitglieder und Freunde,
 

„Ich tippe, die sind doof genug ...“, sagte Jan Böhmermann und meinte die Schweizer, die drauf und dran sind, die öffentlich-rechtlichen Medien per Volksabstimmung abzuschaffen. Und damit zu schaffen, was weder Berlusconi noch Trump so richtig geschafft haben; eine rein privatwirtschaftlich finanzierte Medienöffentlichkeit, die durch Werbeinteressen und Milliardäre mit politischen Zielen gesteuert würde.

Februar 2018

So radikal geht es in Deutschland und anderen europäischen Ländern zwar nicht zu, aber die öffentlich-rechtlichen Medien sind überall unter Druck. Dabei bräuchte es gerade in der Vertrauenskrise, die die Demokratien weltweit heimsucht, unabhängige und schlagkräftige öffentliche Medienhäuser. Doch diese stecken selber in der Vertrauenskrise – und die privaten Medien in der größten ökonomischen Krise seit Erfindung der Druckerpresse.
 

 

Eigentlich ist die direkte Demokratie ein Garant für Vertrauen in politische und gesellschaftliche Institutionen.

 

In keinem anderen Land werden so viele Volksabstimmungen abgehalten wie in der Schweiz; in keinem anderen Land ist das Vertrauen in die Regierung so hoch wie in der Schweiz. Wenn also der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Schweiz durch eine Volksabstimmung abgeschafft
würde, dann wäre das politikwissenschaftlich ein Paradoxon.

 

Im Auge des medialen und politischen Hurrikans steht Urs Leuthard.

 

Er ist Chefredakteur der schweizerischen Tagesschau und leitet seit 15 Jahren die Abstimmungs-Sendungen im Schweizer Fernsehen. Und er ist der Cousin von Doris Leuthard, der bekanntesten Bundesrätin, die zugleich auch Medienministerin ist. In kub & friends erklärt Urs Leuthard, wie die schweizerische Demokratie funktioniert, warum es zur Abschaffungs-Initiative kommen konnte und warum er die direkte Demokratie trotzdem für das beste Mittel hält, der Vertrauenskrise in Politik und Medien entgegen zu treten.

 

Wer Lust und Zeit hat, bleibt anschließend noch auf einen Snack und ein Glas Wein. Wir freuen uns auf einen interessanten und unterhaltsamen Abend!