Dumme künstliche Intelligenz

Lola Güldenberg spricht darüber, was die K.I. kann, und was nicht. Sie filtert den Lärm um die Künstliche Intelligenz. Schauen wir gemeinsam genauer hin und beginnen zu verstehen, welche Auswirkungen die K.I. auf unser Leben, auf unsere Gesellschaft hat und auch noch haben wird. 

 

Der bisherige Weg war gepflastert mit Fehlern. Er begann schon 1955. John McCarthy, damaliger Mathematikprofessor am Darthmouth College und später am MIT prägte bereits vor rund siebzig Jahren den Begriff der »Künstlichen Intelligenz«. Zehn Jahre später sollte es seiner Vision nach möglich sein, den ersten Menschen beim Schachspielen zu besiegen. Tatsächlich dauerte es vierzig Jahre. Genauer gesagt. Der damals beste Spieler der Welt, Garri Kasparov, unterlag 1996 dem Schachcomputer Deep-Blue. Wieder zwanzig Jahre später geht es nicht mehr ums Schachspielen. Inzwischen lösen sich die Computerprogramme von starren Algorithmen und fangen an, ein bisschen wie Menschen zu denken. Grundvoraussetzung dazu ist das maschinelle Lernen. Das wiederum geht nicht ohne Analytik und nicht ohne Dateninfrastruktur. Doch wo führt das hin? 

Mai 2018
Öffentlicher Vortrag am 14.06.18 um 18:30 Uhr im Bürkert Kulturforum, Indelfingen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der heutige Stand der Künstlichen Intelligenz baut auf der Simulation neuronaler Netzstrukturen auf. Vorne kommt etwas herein. Dann wägen die einzelnen Knoten die Weitergabe ab und generieren eine Ausgabe. Das klingt nach Statistik. Zugegeben. Nach Super-Computing-Statistik. Aber von künstlicher Intelligenz, gar künstlichem Bewusstsein scheinen wir noch weit entfernt. 

 

Jedoch beginnt das System nun zu lernen. Es durchläuft viele, viele Testsimulationen. Ist es ein Bild von einem Heidelbeer-Muffin oder von einem Chihuahua-Welpen? Die Abbildungen sehen sich verblüffend ähnlich. Am Anfang mag die Fehlerquote hoch sein. Der Abstand zu den »Augen« ist nicht immer gleich. Ein Punkt sollte wie eine feuchte »Hundenase« glänzen. Und so weiter. Doch die Treffsicherheit des lernenden Programms potentialisiert sich sprunghaft. Je wertvoller und reichhaltiger die Testdaten zur Verfügung stehen, desto schneller lernt die Maschine die Bilder auseinander zu halten. Seit 2015 löst sie diese Aufgabe besser als der Mensch. 

 

Die größten Fortschritte in Sachen K.I. liegen zum gegenwärtigen Stand im Wahrnehmen und Erkennen. Die alltags- tauglichen Anwendungen finden sich zu Zeit in Verbindung mit Sprache. Die Frage ist nur, wie geht es weiter? Wird die künstliche Intelligenz tatsächlich ganze Branchen überflüssig machen, über unser Finanzgebaren entscheiden oder gar die Partnerwahl beeinflussen? Noch trauen wir ihr nicht über den Weg. Es mangelt ihr an emotionaler Intelligenz. Es fehlt ihr an Verwundbarkeit. Oder ist das auch programmierbar. 

 

Öffentlicher Vortrag
am 14.06.18 um 18:30 Uhr
im Bürkert Kulturforum, Indelfingen.
Die Teilnahme ist kostenlos.